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Arbeitsgemeinschaft Schulkontakte

Welche Geschichte(n) schreibt deine Stadt?
Der Anton Calaminus-Wettbewerb

Geschichte ist dann am spannendsten, wenn man auf eigene Faust in ihre Geheimnisse eindringt und wie ein Detektiv ungeklärte Fragen löst oder wie ein Forscher in unbekannte Gebiete vorstößt. Natürlich könnt ihr nicht einfach nach Ägypten fahren und in den Pyramiden nach unbekannten Grabkammern suchen. In der Geschichte eurer näheren Umgebung gibt es aber noch genügend Rätsel zu lösen und weiße Flecken zu erforschen – die zudem mit der „großen“ Geschichte zusammenhängen. Wenn ihr es nicht glaubt, schaut euch um:

Über manche verstorbene Persönlichkeit eurer Heimat wird noch viel gesprochen, aber keiner hat jemals ihre Biografie geschrieben. Archäologische Funde verraten uns einiges über unsere Vorfahren, ihre Lebensweisen und darüber, was das mit uns heute noch zu tun hat.

Es gibt in eurer Nähe unscheinbare Straßen, Plätze, Gebäude oder Firmen, wo einiges passiert ist. Zeitgenossen, Denkmale oder Dokumente berichten darüber – niemand hat es aber bisher schriftlich festgehalten.

Über ein Ereignis in eurem Ort oder eurer Stadt, das 50 oder 70 Jahre zurück liegt, spricht man heute noch. Aber jeder gibt es anders wieder. Wer hat Recht? Ihr habt Lust ein historisches Ereignis anhand der Hanauer Presseberichterstattung nachzuvollziehen, um zu schauen, wie darüber berichtet wird?

Wenn ihr Lust auf historische Forschung habt, lasst euch von den Schwierigkeiten nicht abschrecken. Ihr könnt mit Helfern rechnen und mitunter lohnt sich eure Arbeit auf besondere Weise, z. B. durch eine gute Note im Fach Geschichte für einen Vortrag, eine Facharbeit, ein Modell, ein Video oder durch einen Sach- und/oder Geldpreis beim

Hier einige Anregungen:

1. Zunächst müsst ihr überlegen, was euch interessiert und ein Thema finden. Beim Wettbewerb des Hanauer Geschichtsvereins könnt ihr das Thema selbst bestimmen. Allerdings muss die Geschichte von Hanau und seiner näheren Umgebung eine wichtige Rolle spielen. Eine Teilnahme als Klassengruppe oder als Geschichts-AG ist möglich. Hier müsst ihr nur darauf achten, dass deutlich kenntlich gemacht wird, wer welchen Abschnitt geschrieben hat.

2. Sprecht danach mit eurem Geschichtslehrer/eurer Geschichtslehrerin oder einer Lehrerin/einem Lehrer eurer Wahl. Sie werden mit euch die nächsten Schritte besprechen. Die Lehrperson sollte sich – abhängig von Alter und Selbstständigkeit der Schüler/-innen – während der Projektarbeit überwiegend auf eine beratende Tätigkeit beschränken.

3. Ihr könnt auch den Verein ansprechen. Er wird euch zu eurem Themenvorschlag beraten. Ansprechpartner ist Dr. André Griemert (griemert@gmail.com) und Michael H. Sprenger (hgv@hgv1844.de).

4. Vielleicht findet ihr auch außerhalb von der Schule eine Person, die schon einiges zum Thema weiß und euch helfen kann.

5. Geht dann in die Bibliothek und leiht Bücher aus, auch wenn sie das Thema nur streifen. Meist bringen sie euch doch ein Stück weiter. Hierzu könnt ihr die Mediotheken eurer Schule oder die Stadtbibliotheken in Hanau oder eurer Heimatgemeinden aufsuchen. Auch im Internet könnt ihr recherchieren. Allerdings solltet ihr solche Quellen nicht zitieren.

6. Wenn ihr genügend Vorinformationen habt, dann wendet euch zum Beispiel an ein heimatgeschichtliches Museum oder ein Archiv wie das Hanauer Stadtarchiv. Dort findet ihr meistens die detailliertesten Informationen. Vielleicht kennt ihr aber auch andere Möglichkeiten?

7. Sammelt das Material, ordnet es und verarbeitet es zu eurem Geschichtswerk. Zuvor solltet ihr wieder mit eurem Geschichtslehrer/eurer Geschichtslehrerin sprechen.

8. Passt das Thema und ist die Arbeit gelungen, dann reicht sie bis zum Abgabetermin, den ihr bei euren Lehrern erfahrt, beim Hanauer Geschichtsverein 1844 e.V., Kulturforum, Am Freiheitsplatz 18a, 63450 Hanau, ein. Selbstverständlich könnt ihr auch bereits im Unterricht entstandene Arbeiten von euch abgeben, die einen Themenbezug zu Hanau haben.

Eure Ergebnisse könnt ihr in den unterschiedlichsten Formen vorlegen, z.B.:

-  als Datei auf CD bzw. DVD in gängigen Dateiformaten (aus Kompatibilitätsgründen bitten wir, alle Dokumente in pdf-Format abzugeben)
-  als Anhang in einer Mail
-  als Modell (bitte vorab Kontakt mit dem Verein aufnehmen)
-  als künstlerische Arbeit (in Zusammenarbeit mit dem Fach Kunst) (bitte vorab Kontakt mit dem Verein aufnehmen) usw.

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten eine Urkunde und ein Bücherpaket des Hanauer Geschichtsvereins. Die Sieger und Siegerinnen bekommen darüber hinaus noch einen Geldpreis sowie die Möglichkeit, ihre Ergebnisse in Form von Vorträgen im Historischen Museum Hanau Schloss Philippsruhe vorzustellen. Die Ergebnisse werden zudem auf der Homepage veröffentlicht und bei entsprechender Qualität vielleicht sogar in einem Buch abgedruckt.

Ihr seht – es lohnt sich! Also: TRAUT EUCH UND MACHT MIT!
PS: Ihr seid Studenten und Studentinnen und habt über ein Hanauer Thema eine Pro- oder Hauptseminararbeit geschrieben? Reicht diese Arbeiten beim Geschichtsverein ein!

 

Forschungsprojekt "Die Hola als Tor zur Welt"

Im Kontext des Projektes "Die Hola als Tor zur Welt" wird aktuell die Briefkorrespondenz der Hola-Professoren zwischen 1607 und 1812 ausgewertet. Durch Gelder des Staatlichen Schulamtes konnten diese Briefe in Europa und den USA digitalisiert werden. Neben Übersetzungen lateinischer, französischer und englischer Brieftexte soll vor allem ein Korrespondenznetzwerk durch Schüler:innen erstellt werden, indem ersichtlich wird, mit wem die Professoren brieflich in Kontakt standen. Eine inhaltliche Auswertung der Briefe soll ebenfalls folgen. Des Weiteren wurden Quellen aus den Staatsarchiven Marburg und Wiesbaden beschafft. Das Quellenmaterial umfasst die Frühzeit der Hola (bis 1812) sowie die Personalakten der Hola-Lehrer im 19. und 20. Jahrhundert. Derzeit laufen Recherchen im Staatsarchiv Wiesbaden zu den Entnazifizierungsakten der Hola-Lehrer, die nach 1945 an der Schule tätig waren. In der Schule selbst sind Quellenmaterialien aus der Zeit 1933 bis 1945 aufgetaucht. Diese werden im kommenden Schuljahr von einem LK gesichtet und unter dem Topik "Schule im Nationalsozialismus" ausgewertet. Selbiger Kurs wird sich dann auch mit den Entnazifizierungsakten intensiver beschäftigen.

In technischer Hinsicht kann vermeldet werden, dass der Ausstellungsbildschirm für die digitale Ausstellung im letzten Jahr im Foyer der Hola installiert worden ist. Die Ausstellungssoftware wird in den Wochen bis zu den Sommerferien fertig gestellt. Das Museum wird dann im Laufe des Sommers in Betrieb genommen. Eine Eröffnung ist für den Herbst 2021 geplant.

Des Weiteren läuft aktuell ein generationsübergreifendes Projekt zwischen dem HGV, der IGHA, der VHS und der Hola hinsichtlich einer projektierten Matrikeledition. Ein Band der Matrikel des Pädagogiums ("Mittelstufe") wurde von einem Kurs der VHS transkribiert. Desgleichen recherchierten die Teilnehmer:innen des Kurses Informationen zu den einzelnen Schüler, die in der Matrikel aufgeführt sind. Die anderen drei Bände der Matrikel sollen ebenfalls noch transkribiert werden: Der erste Band der Matrikelserie wird noch von dem VHS-Kurs, die Bände aus dem 19. Jahrhundert mithilfe des KI-Programms "Transkribus" von der Universität Innsbruck von einer Schüler:innengruppe transkribiert. Geplant ist, eine Edition der Matrikel herauszugeben. Zudem wurde noch die Matrikel der Hola-Akademie untersucht: Neben einer quantitativen Analyse recherchierten Schüler:innen die Namen der Akademiebesucher. Hieraus sollen kleine Kurzbiografien entstehen und ebenfalls veröffentlicht werden.

Übersicht zu den Teilprojekten im Rahmen „Die Hola als Tor zur Welt":

  • Recherche und Aktualisierung von Professorenbiografien anhand des Aufsatzes von Heinrich Bott
  • Briefprojekt: Die Korrespondenz der Hola-Professoren in den Jahren 1607 bis 1812
    • Teilprojekt 1: Übersetzung von lateinischen, französischen und englischen Briefen
    • Teilprojekt 2: Erstellung eines Korrespondenznetzwerkes mit biografischen Skizzen
  • Szenische Darstellung der am Reichshofrat in Wien verhandelten Causa bzgl. der Vergabe eines Universitätsprivilegs an die Hola
  • Münzprojekt: Die Münzsammlung der Hohen Landesschule
    • Teilprojekt 1: Darstellung der Geschichte der Münzsammlung und Beschreibung einzelner Münzen
    • Teilprojekt 2: Beschreibung und Kontextualisierung der Eisentruhe von 1680, in der die Münzsammlung aufbewahrt wurde
  • Übersetzung der Schulgesetze des Pädagogiums und der Akademie aus dem Lateinischen
  • Transkribierung der Matrikel des Pädagogiums bis 1812
  • Transkribierung der Matrikel des Gymnasiums ab 1812
  • Erstellung einer Datenbank für beide genannten Matrikeln
  • Auswertung der Matrikeln des Pädagogiums und der Akademie bzgl. Frequentierung, sozialen Status (nur Pädagogium), Herkunft und Bildungskarrieren der Schulbesucher
  • Recherche Hanauer Studierender an europäischen Universitäten, Hohen Schulen und Akademien bis 1812 (zeitliche und örtliche Frequentierung, Bildungskarrieren)
  • Erstellung biografischer Skizzen der Hola-Lehrer im 19. und 20. Jahrhundert (hier auch als Teilprojekt: Auswertung von Entnazifizierungsakten)
  • Erstellung biografischer Skizzen der Direktoren der Hola ab 1812
  • Sammlung und Auswertung von Aktenmaterial in den Staatsarchiven Darmstadt, Marburg und Wiesbaden sowie im Stadtarchiv Hanau und weiteren deutschen und europäischen Archiven (z. B. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien)
  • Bildungsbiografien der Hanauer Grafen
  • Hanau’isch Indien
  • Architekturgeschichte: Die Gebäude der Hola
  • Recherche und Erstellung von Kurzbiografien von berühmten Hola-Schülern (16. bis 20. Jahrhundert)
  • Recherche der Veröffentlichungen der Professoren (1607 bis 1812)
  • Netzwerkdarstellung von Herkunft und Karriereweg der Professoren (1607 bis 1812)
  • Recherche zu den Biografien der Buchdrucker Hanaus im 17. und 18. Jahrhundert
  • Analyse des Buchmarktes in Hanau mithilfe der Messrelationen der Frankfurter Buchmesse