Neues Magazin für Hanauische Geschichte Ausgabe 2021

Der Hanauer Geschichtsverein 1844 e.V. veröffentlichte unlängst die 282-seitige Ausgabe 2021 seiner Zeitschrift „Neues Magazin für Hanauische Geschichte“. „Erneut zeigt sich, wie vielfältig die Hanauer Geschichte ist. Die thematische Breite der insgesamt 14 wissenschaftlichen Beiträge reicht von Auswertungen neuer archäologischer Funde über biographische Einblicke bis hin zu Entwicklungen im 21. Jahrhundert“, freut sich Vereinsvorsitzender und Mitherausgeber Michael H. Sprenger über den mit mehr als 180 meist farbigen Abbildungen und Grafiken reichhaltig illustrierten Band. „Ein herzlicher Dank gilt allen Autorinnen und Autoren für ihre Beiträge und Berichte! Auch 2021 beleuchtet das Magazin damit wieder neue Aspekte der Hanauer Geschichte, die nicht nur die Stadt, sondern auch den Kreis und Altkreis in den Blick nehmen“, bilanziert Dr. Markus Häfner, Mitherausgeber des Neuen Magazins.

Archäologische Grabungen im südlichen Innenstadtbereich gaben 2019 und 2020 Einblicke in die Hanauer Unterwelt. Mauerreste, Keller, Latrinen und Brunnen wurden freigelegt, zahlreiche Alltagsgegenstände dokumentiert. Sabine Küppers stellt die neuen archäologischen Untersuchungsergebnisse zur Historie der Hanauer Neustadt vor und Dr. Michael Müller präsentiert die Befunde der Grabungen zwischen Französischer Allee und Gärtnerstraße. Zusammen mit Astrid Otto und Stefan Mader haben Küppers und Müller einen weiteren Beitrag verfasst, der der Geschichte eines mumifizierten, maderartigen Objektes aus den Beständen von Schloss Steinheim auf den Grund geht.

Die Nutzung, Ausstattung und Entwicklung des Windecker Rathauses stehen im Fokus des Beitrages von Erhard Bus und Dr. Frank Schmidt. Windecken war auch Herkunft der Hanauer Judenfahne, wie Dr. Eckhard Meise in seinem Beitrag nachweist. In einem zweiten Beitrag geht Meise der Frage nach, ob 1606 Juden („Marranen“) aus Venedig nach Hanau ziehen wollten.

Einen familiengeschichtlichen Ansatz wählt Antonia Kolb. Sie beleuchtet die Zusammenhänge zwischen Hanau und Peter Minuit, dem „Entdecker Manhattans“. Mit der eigenen Familiengeschichte befasst sich Christian Robert Himmler, der die Entwicklung des Geschäftshauses „Haus zur Weltkugel“ in der Nürnberger Straße in seinem Beitrag nachzeichnet.

Basierend auf zwei Vorträgen geben Prof. Dr. Holger Th. Gräf und Prof. Dr. Ewald Grothe neue Einblicke in die Brüder Grimm und Hanau. Gräf analysiert in seinem Beitrag den Zeitgeist des 17. und 18. Jahrhunderts und welche Rolle Toleranz, Merkantilismus und Kulturtransfer spielten. Grothe blickt auf das zwiegespaltene Verhältnis der Brüder Grimm zu Frankreich, insbesondere im Hinblick auf Politik und Patriotismus. Frankreich und Hanau stehen auch im Beitrag von Erhard Bus im Fokus, in dem er in Hanau produzierte Reliefplatten mit dem Abbild des französischen Kaisers vorstellt.

Anlässlich des 100. Todestages blickt Ulrich Berting auf das Wirken des Jugendstildesigners Christian Neureuthers zurück, der an der Wächtersbacher Steingutfabrik wirkte. Dr. André Griemert analysiert in seinem Beitrag die kunsthistorische Bedeutung und die Nutzung einer schwarzen Eisentruhe im Direktorenzimmer der Hohen Landesschule und zieht daraus Schlüsse auf das Verhältnis der Grafschaft Hanau zum Alten Reich.

Den umfangsreichsten Beitrag des Bandes verfassten die vier Schüler Timm Dittmar, Lukas Horn, Jan Peppler und Mark Petek, die hierfür mit dem Anton-Calaminus-Preis 2020 ausgezeichnet wurden. Sie untersuchen die Camp’sche Münzsammlung, die antike römische und Münzen aus der Zeit vom 16. bis zum 18. Jahrhundert umfasst. Die Laudatio von Stefan Welte anlässlich der Preisverleihung ist ebenfalls abgedruckt.

Die wissenschaftlichen Beiträge ergänzen eine Rezension von Dr. Markus Häfner zur von Michael Bermejo und Andrea Schneider-Braunberger verfassten Studie zur Rolle der Deutschen Gesellschaft für Goldschmiedekunst in der Zeit des Nationalsozialismus sowie der Jahresbericht der Städtischen Museen und Rückblicke über Aktivitäten des Hanauer Geschichtsvereins 1844 e.V. Im Jahresbericht für 2020 blicken die Städtischen Museen Hanau auf neue Organisationsstrukturen, Corona-Einschränkungen, anstehende Projekte, Ausstellungen und Veranstaltungen, Besucherzahlen und konzeptionelle Neuerungen im Berichtsjahr zurück. Eine Übersicht der vom Hanauer Geschichtsverein 1844 e.V. veranstalteten Vorträge und Ausstellungen, der herausgegebenen Publikationen und der Berichte aus den Arbeitsgemeinschaften fasst der Jahresbericht des Vereins zusammen. Die Schenkungen an den Geschichtsverein und die Ankäufe 2020 stellen Monika Rademacher und Michael H. Sprenger in ihrer Übersicht vor.

Die aktuelle Ausgabe des Neuen Magazins ist für 10 Euro per Mail an den Hanauer Geschichtsvereins (hgv@hgv1844.de) oder auf Vorbestellung über das Hanauer Stadtarchiv beziehbar. Ältere Ausgaben kosten 7,50 Euro.

Neben dem jährlich erscheinenden Neuen Magazin verlegt der Hanauer Geschichtsverein mit den „Hanauer Geschichtsblätter(n)“ und den „Hanauer Schriften zur Archäologie und Geschichte“ weitere renommierte Reihen zur Historie der Brüder-Grimm-Stadt. Hier sind zuletzt die Monographien „Märchen und so viel mehr. Eine Hanauer Literaturgeschichte“ von Heiner Boehncke und Hans Sarkowicz sowie die drei archäologischen Untersuchungen „Die Ausgrabung in der ev. Pfarrkirche von Erlensee-Langendiebach“, „Beiträge zur Archäologie und Geschichte im Hanauer Raum“ und „Ein kurzer Blick in Hanaus Vergangenheit. Ausgrabung im Herzen der Altstadt. Archäologische Forschung am Goldschmiedehaus in Hanau“ von Peter Jüngling erschienen.

Verkaufspreis: 10 €. Hier für Titelinfos und Bestellmöglichkeiten klicken.

Neues Magazin für Hanauische Geschichte 2021

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